Halbzeit bei der Super-Katze 2025…

Straßenkatzen
Nicht allen Katzen geht es gut , man möchte nicht mit ihnen tauschen.

Auf der Beliebtheitsskala der Haustiere steht die Katze seit Jahren unangefochten an der Spitze. Bis Ende 2024 stieg die Anzahl der bundesweit gehaltenen Katzen drei Jahre hintereinander immer weiter an; laut einer Erhebung des Industrieverbands Heimtierbedarf und des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. leben 15,9 Millionen Stubentiger in deutschen Haushalten (2023: 15,7 Mio., 2022: 15,2 Mio.).

Die Gründe dafür sind vielfältig und hängen auch mit der heutigen Zeit zusammen. Katzen sind unkompliziert und selbständig, so dass ein Wechsel von Home Office und Büro problemlos möglich ist. Gleichzeitig sind sie anschmiegsam, kuschelig und der perfekte Partner für Singles und alleinlebende ältere Menschen – und helfen damit gegen Einsamkeit.

Stubenkatze vs. Straßenkatze

„Unser Motto „Im nächsten Leben möchte ich Katze sein“ müsste eigentlich heißen „Im nächsten Leben möchte ich Stubenkatze sein“, erklärt Benjamin Pasternak. „Denn unbestritten lieben die Menschen in Deutschland ihre Hauskatzen. Leider wird im Gegenzug viel zu wenig über die Situation der Straßenkatzen nachgedacht, denn mit ihnen möchte mit Sicherheit niemand tauschen.“ Ihre Anzahl wird in Deutschland aktuell auf etwa zwei Millionen geschätzt. Zwei Millionen Katzen, die krank sind, sich unkontrolliert vermehren und unsagbares Leid ertragen müssen.

Ein Beispiel von vielen

Auf dem Gelände eines Kölner Großmarkts leben z. B. schätzungsweise 150 Straßenkatzen.  Einst hatten die Händler die Tiere selbst angeschafft, um Schädlinge zu bekämpfen. Ohne Kastrationen wuchs ihnen die Situation aber schnell über den Kopf, die Population wurde immer größer. Und so ließen sie einfach alles weiterlaufen, ohne sich um die Tiere zu kümmern. Zum Ende des Jahres 2025 wird der Großmarkt nun geschlossen, das Gelände abgerissen – und das Schicksal der Tiere war ungewiss. Wieder einmal muss der Tierschutz einspringen; aktuell sieht es so aus, als sei es gelungen, eine Immobilie für eine vorerst sechsmonatige Quarantäne der Tiere zu finden.

„Deswegen sage ich: Wir freuen uns über die vielen Einsendungen von Bildern glücklicher Katzen“, betont Benjamin Pasternak. „Das darf uns jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir auf der anderen Seite ein großes Problem haben.“ Um dieses Problem dauerhaft in den Griff zu bekommen, ist die Katzenkastration unumgänglich. Seit Jahren kümmert sich das Team unserer Katzenschutzbeauftragten Marianne Seligmann um die Populationen im Rhein-Kreis Neuss. Die Tiere werden gefüttert, medizinisch versorgt und kastriert. Seit 1. Februar 2025 ist zudem die Katzenschutzverordnung für den Rhein-Kreis Neuss bindend, nach der die Halter von Freigängerkatzen verpflichtet sind, ihre Tiere zu kastrieren. Benjamin Pasternak: „Wenn wir Katzen wirklich so sehr lieben, dann sorgen wir doch endlich dafür, dass es allen Katzen besser geht – und nicht nur unserer eigenen!“

Zurück