Keinen Dank für die Blumen

Katze und Blumenstrauß
Manche Katzen sind bei Pflanzen nicht zu bremsen

Zweifellos freut man sich, wenn man zum Geburtstag einen Blumenstrauß oder in der Adventszeit einen Weihnachtsstern geschenkt bekommt. Bis wir merken, dass unsere Katze sich mindestens genauso darüber freut – und jede unbeobachtete Minute versucht daran zu knabbern.

Auch so mancher Hobbygärtner hat auf dem Balkon oder im Garten schon die ein oder andere böse Überraschung erlebt, wenn sein Hund oder seine Katze vorbeikam. Während Hunde schon mal ihr Geschäft im Blumenbeet oder Kübel verrichten, neigen Katzen zu Neugier und mangelnder Vorsicht, wenn es um Pflanzen aller Art geht. Steht ihnen kein Gras – bzw. Katzengras – zur Verfügung, das ihnen hilft, heruntergeschluckte Fellbüschel loszuwerden, probieren sie halt etwas anderes. Und das kann böse bis gefährliche Folgen haben.

Katze und Gras
Katzen brauchen Gras für die Verdauung

Beides geht oft nicht

„Wir sagen es immer wieder: Natürlich möchte man es schön haben in seinem Zuhause, aber das Haustier hat auch ein Recht darauf es schön – bzw. sicher – zu haben“, erklärt Benjamin Pasternak. „Wenn man also großen Wert auf seine Pflanzen legt, sollte man sich die Anschaffung einer Katze oder eines Hundes gut überlegen. Unsere Fachkräfte sagen z. B. allen, die an der Vermittlung einer Freigängerkatze interessiert sind, dass sie die Bepflanzung im Garten oder auf dem Balkon überprüfen sollten.“

Die Annahme, dass Haustiere selbstständig einschätzen können, was gut für sie ist und was nicht, ist fatal. Katzen sind von Natur aus neugierig und haben manchmal so einen Heißhunger auf Gras, das sie schlicht alles anknabbern, was auch nur entfernt daran erinnert. Vor allem Wohnungskatzen, die nicht jederzeit normales Gras fressen können und sich zudem auch noch hier und da langweilen, sind hier mitunter kaum zu halten. Und da sie praktisch auf jeden Schrank gelangen können, ist es quasi unmöglich, gefährliche Pflanzen einfach nur an einen sicheren Platz zu stellen.

Adventsstern
Dekorativ, aber hochgiftig: Adventsstern

Schön, aber gefährlich

Viele beliebte Pflanzen sind - je nach verzehrten Pflanzenteilen und verzehrter Menge - giftig, z. B. Yucca-Palme, Drachenbaum, Aloe Vera oder Orchidee. Bei Blumensträußen sieht es leider nicht anders aus, so sind z. B. Narzissen, Tulpen oder Maiglöckchen ebenfalls giftig. Der zur Weihnachtszeit so beliebte Adventsstern ist hochgradig giftig, insbesondere wenn er noch mit Glitzermaterial o.ä. behandelt wurde.

Grundsätzlich gilt: Alle gefährlichen Pflanzen unbedingt außer Reichweite von Katzen aufbewahren. Steht ein Blumenstrauß auf dem Tisch, sollte man ihn im Auge haben – und das kann zur Herausforderung werden. Außerdem sollte man sich gut informieren, welche Pflanzen unbedenklich sind und welche nicht, eine Auflistung gibt es z. B. beim Deutschen Tierschutzbund e.V. Hier gibt es auch eine Checkliste, was im Notfall zu tun ist.

Ungiftige Pflanzen sollten ebenfalls nicht unbegrenzt verzehrt werden bzw. zur Verfügung stehen. „Wir stellen im Tierheim z. B. nicht mal Katzengras auf, da manche Katzen anfangen, es zu verteidigen“, berichtet Benjamin Pasternak. „Andere fressen es in kurzer Zeit weg und müssen sich danach ständig übergeben, was für die Schleimhäute nicht gesund ist.“

Verdächtige Symptome

Sollten Sie den Verdacht haben, dass ihre Katze an einer Pflanze geknabbert hat, beobachten Sie sie genau und handeln schnell. Vergiftungssymptome sind vielfältig, so kann es zu Erbrechen, Durchfall, Futterverweigerung, Atemnot, Zittern, Krämpfen und Lähmungen, geweiteten Pupillen oder Schaum vor dem Maul kommen. Kontaktieren Sie sofort den Tierarzt bzw. den Tierärztlichen Notdienst und nehmen Sie die Pflanze mit in die Praxis. Eine unbehandelte Vergiftung kann schlimmstenfalls zum Tod führen.

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