Beagle hinter einem Zaun
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In Deutschland werden laut dem Deutschen Tierschutzbund fast 3 Millionen Tiere für wissenschaftliche Zwecke „verbraucht“. In der EU sind es fast 22,2 Millionen und weltweit 115 Millionen Tiere … eine erschreckend hohe Zahl. Doch woher kommen eigentlich die Tiere für all diese Versuche? Vielen ist überhaupt nicht bewusst, dass Versuchstiere systematisch gezüchtet werden. Und sogar bereits gezielt krank, je nachdem was die Labore gerade benötigen. Die Maschinerie hinter den Tierversuchen ist abscheulicher, als man sich vorstellen kann.

Beagle – der perfekte Laborhund
Der Beagle ist mittelgroß, sehr robust, vor allem freundlich und nicht nachtragend. Diese wunderbaren Eigenschaften machen ihn nicht nur als Familienhund beliebt, sondern wurden ihm leider auch zum Verhängnis. Denn dadurch wird er zum „perfekten“ Laborhund. Beim Züchter bekommt man Beagles fürs Labor natürlich nicht, sie werden von speziellen Labor-Zuchten angeboten. Die meisten Hunde kommen aus den USA, beispielsweise von der Firma Mashall BioResources – der Name allein jagt einem schon eine Gänsehaut über den Rücken. Die Firma wirbt mit großformatigen Bildern glücklich aussehender Tiere, die am besten mit einem Spielzeug im Maul in die Kamera blicken. Wie aus einem Katalog können hier Hunde, Katzen, Mäuse oder Meerschweinchen und viele andere Tiere bestellt werden. Geliefert wird frei Haus – auf der ganzen Welt. Je nachdem, welches Land beliefert wird und welche Gesetze dort gelten, können auch gezielt kranke Tiere, zum Beispiel immungeschwächte Ratten und Mäuse, bestellt werden. Bilder, wie die Tiere gehalten werden, findet man nicht – zumindest nicht offiziell. Gräbt man tiefer, stößt man auf nackte Gitterverschläge, enge Transportboxen, kaum Tageslicht und keine Bewegungsmöglichkeiten.

Labormäuse auf Vorrat
Wir Menschen haben das Genom der Maus komplett entschlüsselt. Und so können Wissenschaftler genau auswählen, welche Eigenschaften die Maus für ihre geplante Testreihen haben muss. Manche sind beispielsweise sehr anfällig an einer ganz bestimmten Krebsart zu erkranken, andere wiederum haben ein unterdrücktes Immunsystem. Etwa 2500 lebende Zuchtlinien mit eigenen, definierten Eigenschaften, werden zum Beispiel bei den Jackson Laboratories gehalten. Die DNA von Mäusen kann so verändert werden, dass sie Menschen-Krankheiten wie Malaria oder das Dengue-Fieber bekommen. Und gibt es eine Maus für eine spezielle Testreihe noch nicht, so wird sie eben eigens dafür gezüchtet. Mäuse eignen sich nur in einem bestimmten Zeitraum ihres Lebens für Versuche, was passiert mit all jenen, die zwar auf Vorrat gehalten aber nicht bestellt wurden? Die Zahlen des „Ausschusses“ liegen hier komplett im Dunklen, man mag sich nicht ausmalen, wie viele Tiere entsorgt werden, wenn sie nicht rechtzeitig „bestellt“ wurden.

Augen auf beim Kosmetikkauf!
Dass Tierversuche es möglich gemacht haben, dass heute Herzen transplantiert oder Tumore erfolgreich behandelt werden können, steht außer Frage. Dass aber fast die Hälfe aller Tierversuche weltweit allein der Grundlagenforschung dienen, also keinen genauen Sinn und Zweck haben, ist inakzeptabel. Um so vielen Tieren wie nur möglich das Leid in Tierversuchen zu ersparen, gilt es diese auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und auf Alternativen zurückzugreifen. Dank modernster Technik, wie Computersimulationen oder Zellkulturen, ist es mittlerweile nämlich durchaus möglich auch tierversuchsfrei zu forschen. Wir als Verbrauchen können vor allem beim Kauf von Kosmetika darauf achten, dass diese ohne Tierversuche hergestellt wurde. Hierbei gilt es darauf zu achten, dass keine Produkte aus China gekauft werden, denn dort sind Tierversuche gesetzlich verpflichtend. Vielen Dank für Ihren Beitrag zum Tierschutz!

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