Neues Zuhause? Nicht ohne Gesundheitscheck!

Jeden Tag ziehen Neuzugänge bei uns im Tierheim ein. Für jedes einzelne Tier übernehmen wir die Verantwortung – und damit auch für seine Gesundheit. Deswegen durchläuft es direkt bei seiner Ankunft einen Check-in durch einen unserer Tierpfleger. Was gehört dazu? „Zunächst einmal geht es um eine allgemeine Sichtprüfung“, erläutert Benjamin Pasternak. „Wie sieht das Tier aus, wie ist sein Allgemeinzustand? Ist es gut ernährt, wie ist sein Gewicht? Gibt es Verletzungen, Blessuren oder einen parasitären Befall? Auch Körperbau, Fell, Zähne, Augen und Ohren werden genau inspiziert.“

Der zuständige Pfleger dokumentiert den Check-in mit einem Foto, das in der Karte des Tieres hinterlegt wird, damit es von da an einen Verlauf gibt. Das gilt insbesondere für das Gewicht: Jeder Hund wird nach jedem Gassigang gewogen. In der Regel gibt es keine Auffälligkeiten, aber manchmal sind Schwankungen im wöchentlichen Verlauf so deutlich, dass beim Futter nachjustiert werden muss. „Wir brauchen ein sauberes Bild über den Gewichtsverlauf“, betont Benjamin Pasternak.

Wenn der Tierarzt kommt

Bei der nächsten Visite im Tierheim wird der Neuzugang dem Tierarzt vorgestellt; in der Regel ist dies schon nach ein bis zwei Tagen der Fall. Bis dahin bleibt das Tier in Quarantäne. Der Tierarzt macht eine Eingangsuntersuchung und vervollständigt die Regelimpfungen. Hat ein Tier keinen Impfausweis, wird es komplett durchgeimpft. So wird verhindert, dass das Tier eine ansteckende Erkrankung weiterverbreitet. Durch die engmaschigen Kontrollen sollen böse Überraschungen verhindert werden.

Um jeden Preis soll ein Tollwut-Fall wie kürzlich in Rheinland-Pfalz verhindert werden. Ein Hund aus dem Ausland zeigte dort trotz Papieren nach seinem Import innerhalb kurzer Zeit Tollwut-Symptome. Der Impfpass war wohl gefälscht, die Folgen für alle Beteiligten dramatisch: So verstarb nicht nur der Welpe, sondern auch die Katze der neuen Besitzer musste eingeschläfert werden, da sie mit dem Tier Kontakt hatte. „Wir sind sehr streng und deshalb kann uns eigentlich auch nichts durchrutschen“, betont Pasternak. „Es ist schließlich Aufgabe des Tierschutzes, für die Gesundheit der Tiere zu sorgen.“

Deswegen wird vor jeder Vermittlung zusätzlich ein Check-out nach dem Vier-Augen-Prinzip durchgeführt. Das Tier wird dabei nochmals von einem Tierpfleger und einer zweiten Person untersucht, bevor unser Tierschutzverein grünes Licht für das neue Zuhause gibt.  

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