Vogelgrippe: Risiko für Tiere im Tierheim?
Das Wichtigste zu Beginn: Der Rhein-Kreis Neuss ist aktuell (Stand: 27. November) kein Vogelgrippe-Gebiet. In Nordrhein-Westfalen wurden hingegen schon Fälle registriert; die infizierten Gänse, Hühner, Enten und Puten wurden laut WDR größtenteils am Niederrhein und in Ostwestfalen gehalten.
Aber auch im Kreis Heinsberg gibt es derzeit durch einen Fall in Belgien eine Überwachungszone. „Ich telefoniere mindestens jeden zweiten Tag mit dem Veterinäramt und frage nach“, betont Benjamin Pasternak. „Aktuell besteht in unserem Kreis jedoch keine Gefahr.“
Ein menschengemachtes Problem
Ihm ist es wichtig, Panikmache zu vermeiden. „Man sollte sehr aufmerksam sein, aber wir sind ja nicht zum ersten Mal damit konfrontiert. Durch den Klimawandel und die Massentierhaltung sind die Auswirkungen jedoch immer heftiger.“
Das bedeutet, dass die Zugvögel später gen Süden geflogen sind als sonst, da die Temperaturen hier noch sehr mild waren. Zudem müssen bei einem infizierten Tier in einem Stall alle anderen Tiere vorsorglich getötet werden – in einem Putenmastbetrieb können das schon mal 40.000 Tiere sein.
„Wir haben hier auch Hühner am Tierheim und stünden vor einem Problem, wenn wir sie einstallen müssten“, berichtet Benjamin Pasternak. „Dafür reichen unsere räumlichen Kapazitäten nicht.“ Und wie sieht es mit den Hunden und Katzen im Tierheim aus? „Das Risiko betrifft praktisch nur Freigängerkatzen, dessen sollten sich die Halter bewusst sein.“ Freigängerkatzen können sich infizieren, wenn sie einen erkrankten Vogel oder Ausscheidungen eines erkrankten Vogels fressen. Wer in der Nähe eines Stalls wohnt, in dem es zu einem Ausbruch gekommen ist, sollte den Freigang seiner Katze vorübergehend einschränken. Den Katzen in unserem Tierheim droht somit keine Gefahr.
Eine Ansteckung ist möglich
Laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) ist es möglich, dass sich Säugetiere mit dem Virus infizieren, zumindest für Hunde besteht jedoch nur ein sehr geringes Risiko. Sie zeigen keine oder nur milde Symptome. Bei Katzen, die möglicherweise Kontakt zu Wildvögeln hatten, sollte man jedoch wachsam sein. Symptome wie Apathie, verringerter Appetit, Fieber, Störungen des Nervensystems wie Zittern, Probleme bei der Atmung, Magen-Darm-Beschwerden oder Gelbfärbung von Haut, Augen oder Schleimhäuten sind auffällig und sollten dem Tierarzt gemeldet werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich wiederum Menschen an infizierten Katzen anstecken, wird aktuell als sehr gering eingeschätzt.