Kalender Update - Oktober 2021

Qual- und Designerzuchten – wenn Trends Tiere krank machen!

Gemütliches Nickerchen im neuen Zuhause
Gemütliches Nickerchen im neuen Zuhause

Oktobertitelheld Butch geht es gut! Und zwar mehr als gut, er ist mittlerweile glücklich vermittelt und hat sich wunderbar in seinem neuen Zuhause eingelebt.

Als Französische Bulldogge bringen Hunde wie er jedoch oftmals auch einiges an schmerzhaftem Gepäck mit. Denn diese Rasse zählt zu den sogenannten Qualzuchten. Um einem bestimmten Schönheitsideal (in diesem Fall Kindchen-Schema) zu entsprechen, wurden den „Frenchies“ eine kurze Nase, ein runder Kopf mit vorgewölbter Stirn, große Ohren und weit auseinanderstehende Augen angezüchtet. Fast alle leiden selbst im Schlaf unter Atemnot, des Weiteren kämpfen sie mit Augen- und Ohrenentzündungen und Wirbelsäulenproblemen.

Züchter gehen einen oft grausamen Weg, um die Rassestandards in ihren Linien zu erhalten und im schlimmsten Fall noch zu verstärken. Durch die schmalen Hüften sind die Hündinnen meist nicht in der Lage auf normalem Weg befruchtet zu werden und werden unter Zwang künstlich besamt. Und ebendiese schmalen Hüften machen eine Geburt von Welpen mit übergroßen Köpfen unmöglich und daher muss in der Regel ein Kaiserschnitt vorgenommen werden. Generationen von Tierleid, nur weil manchen Menschen diese Rasse besonders gut gefällt und in Kauf nehmen, dass ihr tierischer Begleiter zeit seines Lebens Schmerzen und Atemnot hat …

Qualzuchten gibt es nicht nur bei Hunden, sondern natürlich auch bei vielen anderen Tieren, wie zum Beispiel bei Katzen. Auch hier wird immenses Tierleid in Kauf genommen, um Trends zu befriedigen und Profit daraus zu schlagen. Und das teils in entsetzlichem Ausmaß!

Doug in seinem Kompressionsanzug
Doug in seinem Kompressionsanzug

Gerade erst wurden wir im Tierheim selbst wieder damit konfrontiert: Ein wenige Wochen alter Kater (wir haben ihn Doug getauft) wurde in einem Müllcontainer gefunden. Einfach entsorgt … wie Abfall! Dougs Schicksal geht uns besonders ans Herz, denn seiner weißen Fellfarbe und Kopfform nach zu urteilen, gehen wir davon aus, dass er sich vermutlich um eine Heilige Birma oder eine Ragdoll Katze handelt. Auch wenn diese Rasse nicht auf den ersten Blick die Merkmale von Qualzuchten aufweisen, so sind Züchtungen von „Designer“-Katzen wie diese dennoch problembehaftet und mit Erbkrankheiten belastet. Die blauen Augen beispielsweise sind so nicht von der Natur vorgesehen und daher haben diese Tiere oft mit Augenkrankheiten bis hin zur Blindheit zu kämpfen. Und was passiert eigentlich mit dem „Ausschuss“? Also Kitten oder Welpen, die einfach nicht den Standards entsprechen oder die direkt nach der Geburt an so schwerwiegenden Erbkrankheiten leiden, dass sie ohne menschliches Eingreifen nicht überleben?

Und hier kommen wir wieder zu dem kleinen Doug zurück. Als wir ihn aufnahmen und tierärztlich notversorgen ließen, wurde schnell klar, dass er nicht gesund ist. Der arme Kerl litt an einem sogenannten Atresia Ani, einem verengten Darmausgang und er konnte daher keinen oder nur sehr wenig Kot absetzen. Dies ist ein Geburtsfehler und der Züchter hat Doug einfach „aussortiert“! Er wurde sofort operiert und war 24/7 unter Beobachtung und engmaschiger Versorgung. Er muss entsetzliche Schmerzen gehabt haben, denn sein Anus war bereits stark entzündet. Die Wunde wurde mehrmals täglich vorsichtig gereinigt und dennoch hat er den Kampf letztendlich verloren. Doch für uns zählt jedes einzelne Leben und wir nehmen diesen Kampf wieder und wieder für derart verstoßene und verletzte Tiere auf! Es ist für uns unbegreiflich, wie jemand in der Lage ist, ein Tier einfach so in einen Müllcontainer zu werfen und es dort grausam seinem Schicksal zu überlassen.

Rettungen dieser Art und die medizinische Versorgung von Kätzchen wie Doug sind nicht nur eine Herausforderung an unsere personellen Kapazitäten, sondern sind selbstverständlich auch eine große finanzielle Belastung. Daher danken wir jedem einzelnen Spender, denn ohne Zuwendungen von tierlieben Menschen, könnten wir unsere Arbeit nicht in diesem Maße ausüben. Wir sagen von ganzem Herzen DANKE und das kleine Fellknäuel Doug schnurrt nun in unseren Erinnerungen weiter ♥

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